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Das Funktionsprinzip der Elektrostimulation ist ganz einfach und ahmt genau die Vorgänge nach, die an der Muskelkontraktion unter Kontrolle unseres Gehirns beteiligt sind. Wenn wir die Kontraktion (= Zusammenziehung) eines Muskels auslösen möchten, übermittelt das Gehirn den Befehl in der Form von elektrischen Strömen, die mit hoher Geschwindigkeit die Nervenfasern durchlaufen. Am Ende ihrer Reise erregen diese elektrischen Ströme den motorischen Nerv, der die Information an die unmittelbare Umgebung des Muskels weitergibt und die Muskelkontraktion auslöst.
Bei der Elektrostimulation wird die Erregung mittels 'optimaler' elektrischer Impulse, die Wirksamkeit, Sicherheit und Komfort der Anwendung garantieren, direkt am motorischen Nerv produziert. Dank dieses Vorgangs kann der Muskel nicht zwischen einer willentlichen (durch das Gehirn ausgelösten) Kontraktion und einer elektrisch induzierten Kontraktion unterscheiden: Die bewirkte Muskelarbeit ist die gleiche, egal woher der Befehl kommt.
Physiologie des Muskels
Ein Muskel besteht aus lang gestreckten, zylindrischen Zellen – den Muskelfasern. Je nach ihrer Kontraktionsgeschwindigkeit unterscheidet man zwischen mehreren Fasertypen: langsame, mittelschnelle und schnelle. Die Anordnung und der Anteil der verschiedenen Muskelfasertypen sind genetisch bedingt. Die schnellen Fasern werden bei einem Sprinter deutlich überwiegen, während ein Marathonläufer mehr langsame Fasern hat.
Folglich ist die Art der physiologischen Eigenschaften von einer Sportart zu anderen unterschiedlich. Die Compex-Programme wurden unter spezieller Berücksichtigung dieser physiologischen Unterschiede und der spezifischen Anforderungen in Bezug auf unterschiedliche Muskelqualitäten wie Kraft, Schnellkraft, Ausdauer und Kraftausdauer entwickelt.
Im Einzelnen
Mit den Compex-Geräten werden elektrische Impulse erzeugt. Jeder dieser Impulse hat die Aufgabe, Aktionspotenziale (AP) auf der motorischen Nervenfaser (oder den Motoneuronen) auszulösen. Als Antwort auf ein AP führen die Muskelfasern, die zu der motorischen Einheit der erregten Motoneuronen gehören, eine elementare mechanische Reaktion aus, die Zuckung genannt wird. Eine Zuckung ist eine Arbeitseinheit einer motorischen Faser als Antwort auf ein AP. Die Zuckung und die Arbeit, die diese darstellt, sind vollkommen identisch, egal ob das AP durch einen Impuls ausgelöst oder spontan durch das Nervensystem erzeugt wird. Dies bedeutet, dass die Muskelfasern stets auf die gleiche Weise auf ein AP reagieren.
Die Art der durch die Muskelfasern erzeugten Arbeitskraft variiert je nach der Frequenz der Impulse (Wiederholung der Impulse). Zum Beispiel erlegt eine niedrige Frequenz von 10 Hz (10 Impulse pro Sekunde) den erregten motorischen Nervenfasern ein geringes Arbeitspensum auf. Andererseits verlangt eine hohe Frequenz von 100 Hz einen hohen Arbeitseinsatz von den erregten Motoneuronen. Daher hängt die Art der von den erregten Motoneuronen verlangten Arbeit von den Parametern des Stimulationsprogramms ab. In anderen Worten, die Arbeit wird durch die Stimulationsparameter kontrolliert.
Weiterhin wissen wir, dass die Dauer der Zuckungsreaktionen von der Art der stimulierten Muskelfasern abhängt. Wie weiter oben gesagt, unterscheidet man zwischen langsamen, mittelschnellen und schnellen Muskelfasern, die natürlich unterschiedlich reagieren. Überdies sind Unterschiede der Zuckungsdauer mit Veränderungen der Frequenzen verbunden, die notwendig sind, um die maximale Kontraktion (= Tetanisierung) der Fasern zu erreichen. Daher variieren die bei einem Elektrostimulations-Training benutzten Frequenzen natürlich und müssen dem Fasertyp, der tetanisiert werden soll, angepasst werden.
Quelle: http://www.medi-konzept.de/compex-methoden.html
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